Korngrößenverteilung – Grundlage jeder Bodenbeurteilung

Die GBM Labor GmbH führt Korngrößenanalysen nach genormten Verfahren durch, um Bodenarten exakt zu bestimmen und Baugrunduntersuchungen zuverlässig zu bewerten. Unsere Ergebnisse bilden die Grundlage für Bauprojekte, Sanierungen und Umweltgutachten.

Was versteht man unter Korngrößenverteilung?

Die Korngrößenverteilung (auch Körnungsanalyse oder Sieblinie) beschreibt die prozentuale Verteilung der einzelnen Korngrößenfraktionen innerhalb eines Bodenmaterials. Sie wird sowohl in der Geotechnik als auch im Bauwesen eingesetzt, um Aussagen über die Zusammensetzung, Stabilität und Verdichtungseigenschaften eines Bodens zu treffen.

Typische Anwendungsbereiche:

  • Baugrunduntersuchungen und Bodenklassifizierung

  • Beurteilung der Eignung für Verdichtungs- und Drainagearbeiten

  • Qualitätssicherung bei Erd- und Straßenbauprojekten

  • Nachweis der Materialeigenschaften bei Rekultivierung und Altlastensanierung

Für Unternehmen aus dem Baugewerbe, Ingenieurbüros oder Umwelttechnik ist die Kenntnis der Korngrößenverteilung ein zentraler Bestandteil jeder fundierten Bodenbewertung.

Edelstahl-Prüfsieb mit Sand- und Bodenprobe zur Bestimmung der Korngrößenverteilung im Labor

Wie wird die Korngrößenverteilung bestimmt?

Im GBM Labor Ettlingen erfolgt die Analyse nach den gültigen Normen der DIN 18123. Dabei kommen zwei Verfahren zum Einsatz:

  1. Siebanalyse (Trocken- oder Nasssiebung)

    • Für grobkörnige Böden (z. B. Kies, Sand)

    • Mechanische Trennung über Siebtürme mit unterschiedlichen Maschenweiten

    • Bestimmung des Massenanteils jeder Fraktion

  2. Sedimentationsanalyse (Hydrometerverfahren)

    • Für feinkörnige Böden (z. B. Schluff, Ton)

    • Messung der Sinkgeschwindigkeit der Partikel in einer Flüssigkeit

    • Berechnung der Korngrößenverteilung anhand physikalischer Gesetze

Die Ergebnisse werden grafisch in einer sogenannten Sieblinie dargestellt, die die Verteilung der Kornanteile über die Korngröße hinweg zeigt.

Sedimentationszylinder mit Hydrometer zur Analyse feinkörniger Bodenanteile im Labor nach DIN EN ISO 17892-4
Siebturm mit Edelstahl-Prüfsieben und unterschiedlichen Bodenproben zur Bestimmung der Korngrößenverteilung im GBM Labor Ettlingen

Warum ist die Korngrößenverteilung so wichtig?

Die Analyse der Korngrößenverteilung liefert wertvolle Informationen über:

  • Tragfähigkeit: Grobkörnige Böden mit gut abgestufter Korngrößenverteilung besitzen eine höhere Tragfähigkeit.

  • Verdichtbarkeit: Gleichmäßige oder schlecht abgestufte Böden lassen sich schwerer verdichten.

  • Wasserdurchlässigkeit: Je feiner die Körnung, desto geringer die Permeabilität – entscheidend für Drainage und Gründungsplanung.

  • Frostempfindlichkeit: Feine Kornanteile erhöhen das Risiko von Frosthebungen im Winter.

Diese Erkenntnisse fließen direkt in baupraktische Entscheidungen und Materialprüfungen ein – beispielsweise bei der Bodenmechanischen Laboruntersuchung oder der Baustoffprüfung.

Aufbau und Auswertung der Sieblinie

Nach der Durchführung der Analyse wird das Ergebnis als Sieblinie grafisch dargestellt. Sie zeigt, wie sich die einzelnen Korngrößenanteile im Boden verteilen und ermöglicht eine klare Klassifizierung nach DIN 18196.

Beispielhafte Bewertungskriterien:

  • Steil verlaufende Sieblinie → schlecht abgestufter Boden mit einheitlicher Körnung

  • Flach verlaufende Sieblinie → gut abgestufter Boden mit vielen Korngrößenanteilen

  • Lückenhafte Bereiche → Risiko von Setzungen oder ungleichmäßiger Verdichtung

Diese Analyse dient als Basis für weitere Prüfverfahren im bodenmechanischen Labor und beeinflusst direkt die Bewertung der Baugrundtragfähigkeit. Nach der Messung werden die Daten digital ausgewertet und in einem Prüfprotokoll zusammengefasst. Dieses enthält alle Korngrößenfraktionen, die Sieblinie sowie eine Bewertung nach DIN 18196 – inklusive Diagramm und Materialklassifizierung.

Mitarbeiter im weißen Laborkittel wiegt Bodenproben zur Korngrößenanalyse im akkreditierten GBM Labor Ettlingen ab
Mitarbeiterin im Labor analysiert Bodenprobe unter dem Mikroskop zur Beurteilung der Korngrößenverteilung und Materialbeschaffenheit

Normen und Prüfverfahren

Die Korngrößenverteilung wird im GBM Labor gemäß folgenden Regelwerken ermittelt:

  • DIN 18123 – Bestimmung der Korngrößenverteilung

  • DIN 18196 – Klassifizierung von Böden

  • DIN EN ISO 17892-4 – Laborprüfungen von Böden – Teil 4: Korngrößenverteilung

  • LAGA PN98 – Richtlinie für Probenahme und Untersuchung mineralischer Stoffe

Unsere Prüfergebnisse erfüllen höchste Qualitätsstandards nach DAkkS-Akkreditierung und sind somit für Behörden, Ingenieurbüros und Bauherren gleichermaßen rechts- und normkonform nutzbar.

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Typische Einsatzbereiche

Die Korngrößenverteilung ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Prüfprogramme, z. B.:

  • Erd- und Straßenbau (Materialbewertung für Untergrund & Frostschutzschichten)

  • Baugrunduntersuchung (Tragfähigkeit, Setzungsverhalten)

  • Deponie- und Altlastenprüfung (Bodenbewertung & Verfüllmaterialkontrolle)

  • Kies- und Sandwerke (Produktkontrolle und Qualitätsmanagement)

  • Umwelt- und Sanierungslabore (Analyse kontaminierter Böden)

Unternehmen aus dem Baugewerbe, Tiefbau und Ingenieurwesen profitieren von präzisen Ergebnissen für sichere Planungs- und Entscheidungsgrundlagen.

 

Tipp aus der Praxis:
Je nach Bauvorhaben kann die Korngrößenverteilung entscheidend für die Auswahl des Füllmaterials oder die Planung von Entwässerungssystemen sein. Eine präzise Analyse spart Kosten und verhindert spätere Bauschäden.

Vorteile einer Laboranalyse gegenüber Baustellenprüfungen

Materialtyp

Verwendungszeitraum

Typische Einsatzorte

Asbestzement (Fassaden, Dachplatten)

1950–1990

Außenverkleidung, Garagendächer

Bodenbeläge (Vinyl / PVC)

1960–1985

Wohn- und Bürobauten

Kleber und Spachtel

1960–1990

Unter Fliesen und Böden

Spritzasbest / Brandschutzverkleidung

bis 1980

Industriebauten, Technikräume

Putze, Mörtel, Dämmstoffe

1970–1990

Innenwände und Decken

Genauigkeit:
Bei der Laboranalyse ist die Genauigkeit sehr hoch, da präzise Geräte und genormte Verfahren eingesetzt werden.
Bei Baustellenprüfungen hängt die Genauigkeit dagegen stark von der Erfahrung des Prüfers und den Umgebungsbedingungen ab.

Wiederholbarkeit:
Laboranalysen sind standardisiert und vollständig dokumentiert, wodurch die Ergebnisse jederzeit reproduzierbar sind.
Baustellenprüfungen unterliegen äußeren Einflüssen und liefern daher oft schwankende Ergebnisse.

Normkonformität:
Im Labor werden die Prüfungen vollständig nach DIN- und LAGA-Richtlinien durchgeführt.
Auf der Baustelle ist die Normkonformität meist nur eingeschränkt gegeben.

Analyseumfang:
Im Labor werden alle Korngrößenfraktionen – Kies, Sand, Schluff und Ton – untersucht.
Bei Baustellenprüfungen erfolgt meist nur eine visuelle Beurteilung des Materials.

Das Laborergebnis schafft Rechtssicherheit und bildet eine belastbare Grundlage für Planung, Ausschreibung und Bauausführung.

Warum Korngrößenanalyse bei GBM Labor?

  • Präzise Bestimmung nach aktuellen DIN- und LAGA-Richtlinien

  • Akkreditiertes Prüflabor mit modernster Messtechnik

  • Direkte Zusammenarbeit mit Ingenieurbüros und Bauunternehmen

  • Verständliche Berichte mit praxisnaher Auswertung

  • Regionale Nähe: Laborstandort Ettlingen

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Allgemeine Fragen zur Korngrößenverteilung

Sie beschreibt, wie fein oder grob ein Boden zusammengesetzt ist – und bestimmt so Tragfähigkeit, Verdichtbarkeit und Wasserleitfähigkeit.

In Deutschland wird nach DIN 18123, DIN 18196 und DIN EN ISO 17892-4 geprüft.

Je nach Probenmenge und Verfahren beträgt die Bearbeitungszeit im Labor zwischen 3 und 7 Werktagen.

Immer dann, wenn die Bodenbeschaffenheit für Baugrund, Sanierung oder Materialbewertung exakt nachgewiesen werden muss.

Ja. GBM Labor liefert ein vollständiges Prüfprotokoll inklusive Sieblinie, Klassifizierung und Bewertung nach DIN.