Die GBM Labor GmbH bestimmt die Proctordichte nach genormten Verfahren, um die optimale Verdichtung von Böden zuverlässig zu bewerten. Die Ergebnisse sind eine zentrale Entscheidungsgrundlage für Erd-, Straßen- und Tiefbauprojekte sowie für die Qualitätssicherung im Bauwesen.
Die Proctordichte beschreibt die maximal erreichbare Trockendichte eines Bodens bei optimalem Wassergehalt. Sie wird im Labor mit dem Proctorversuch ermittelt und gibt an, wie gut sich ein Boden unter definierten Bedingungen verdichten lässt.
Zusammen mit dem optimalen Wassergehalt liefert die Proctordichte entscheidende Kennwerte für:
Der optimale Wassergehalt ist dabei genauso wichtig wie die Dichte selbst. Er legt fest, bei welcher Feuchte sich ein Boden mit vertretbarem Aufwand am besten verdichten lässt. Weicht der Wassergehalt auf der Baustelle stark davon ab, ist die geforderte Verdichtung kaum zu erreichen.
Besonders aussagekräftig ist die Proctordichte im Zusammenspiel mit der Korngrößenverteilung.
Mehr dazu unter Korngrößenverteilung im bodenmechanischen Labor.
Proctordichte ist die maximal erreichbare Trockendichte eines Bodens bei optimalem Wassergehalt.
✓Ermittelt im Labor nach DIN 18127
✓Zielwert für die Verdichtung auf der Baustelle
✓Grundlage für Tragfähigkeit und Qualitätssicherung
Die Bestimmung der Proctordichte erfolgt nach DIN 18127 (Baugrund, Untersuchung von Bodenproben, Proctorversuch).
Ablauf der Untersuchung:
1. Probenvorbereitung. Die Bodenprobe wird getrocknet, homogenisiert und in mehreren Wassergehaltsstufen vorbereitet. Die Proben stammen häufig aus einer fachgerechten Bodenprobenahme, die ebenfalls von GBM Labor angeboten wird.
2. Verdichtung im Proctorgerät. Die Probe wird lagenweise in eine genormte Proctorform eingebracht und mit definierter Verdichtungsenergie verdichtet.
3. Dichtebestimmung. Nach jeder Verdichtungsstufe wird die Rohdichte bestimmt und daraus die Trockendichte berechnet.
4. Auswertung. Aus den Messwerten entsteht eine Proctorkurve. Daraus lassen sich die maximale Trockendichte und der optimale Wassergehalt eindeutig ablesen. Diese Werte dienen als Referenz für Verdichtungsnachweise auf der Baustelle.
Eine unzureichende Verdichtung kann langfristig zu Schäden wie Setzungen, Rissen oder verminderter Tragfähigkeit führen. Die Proctordichte dient daher als Referenzwert, um die auf der Baustelle erreichte Verdichtung objektiv zu bewerten.
Die Ergebnisse sind insbesondere relevant für:
Ohne einen Proctorversuch fehlt eine verlässliche Grundlage für die Bewertung der Verdichtungsqualität. Bei Streit über Bauqualität oder Gewährleistung ist ein normkonformer Laborwert außerdem das Dokument, auf das sich alle Beteiligten berufen können. Er schützt Auftraggeber wie ausführende Betriebe vor späteren Diskussionen.
Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Varianten des Proctorversuchs zum Einsatz. Sie unterscheiden sich vor allem in der eingesetzten Verdichtungsenergie:
Verdichtungsenergie: rund 0,6 MNm/m³
Typische Anwendung: normal belastete Erd- und Verfüllarbeiten
Ergebnis: niedrigere maximale Trockendichte
Verdichtungsenergie: rund 2,7 MNm/m³
Typische Anwendung: Straßen-, Verkehrs- und Industrieflächen
Ergebnis: höhere Trockendichte bei geringerem optimalem Wassergehalt
Welche Variante angewendet wird, hängt von Bodenart, Bauvorhaben und den Vorgaben aus Ausschreibung oder Bauvertrag ab. Wir stimmen das vorab mit Ihnen ab.
Die im Labor ermittelte Proctordichte wird mit der auf der Baustelle erreichten Dichte verglichen. Daraus ergibt sich der Verdichtungsgrad DPr in Prozent. Typische Anforderungen, abhängig vom Projekt und unter anderem nach ZTV E-StB:
Die Bewertung erfolgt stets im Zusammenhang mit weiteren Kennwerten, etwa aus der Bodenklassifikation, der Korngrößenverteilung oder der Baustoffprüfung.
Eine rein visuelle oder gerätegestützte Baustellenprüfung reicht nicht aus, um die Verdichtungsqualität zuverlässig zu bewerten.
Laboranalyse: sehr hohe Genauigkeit, normkonform, reproduzierbar und rechtssicher.
Baustellenprüfung: abhängig von Erfahrung, Witterung und Gerät, mit eingeschränkter Aussagekraft.
Die Kombination aus Labor-Proctordichte und Baustellenkontrolle bietet die höchste Sicherheit. Das Labor liefert den belastbaren Referenzwert, die Baustellenprüfung liefert die schnelle Kontrolle vor Ort. Erst zusammen ergeben sie einen Nachweis, der vor Abnahme und Behörde standhält.
Die Bestimmung der Proctordichte erfolgt nach den aktuell gültigen geotechnischen Regelwerken:
| Regelwerk | Inhalt | Bezug |
|---|---|---|
| DIN 18127 | Baugrund, Untersuchung von Bodenproben, Proctorversuch | maßgebliche Norm für die Proctordichte |
| DIN EN 13286-2 | Ungebundene Gemische, Proctordichte und Wassergehalt | Straßen- und Verkehrsflächenbau |
| DIN EN ISO 14688-1/-2 | Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden | Zuordnung der Bodenart |
| ZTV E-StB | Technische Vertragsbedingungen Erdbau im Straßenbau | Anforderungen an den Verdichtungsgrad |
| RStO | Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus | Dimensionierung von Verkehrsflächen |
| DIN EN ISO/IEC 17025 | Kompetenz von Prüflaboratorien | Grundlage unserer Akkreditierung |
Die Prüfungen erfolgen nach dem Standard des akkreditierten Qualitätsmanagementsystems von GBM Labor und liefern nachvollziehbare, belastbare Ergebnisse für Planung, Bauausführung und Dokumentation.
Wie liest man eine Proctorkurve? Der Proctorversuch besteht aus mehreren Einzelversuchen mit steigendem Wassergehalt. Trägt man die Trockendichte über dem Wassergehalt auf, entsteht eine glockenförmige Kurve, die Proctorkurve. Sie ist das eigentliche Ergebnis des Versuchs.
Für die Baustelle bedeutet das: Wird zu trocken oder zu nass eingebaut, ist die geforderte Verdichtung kaum erreichbar. Die Proctorkurve liefert deshalb nicht nur einen Zielwert, sondern auch das Wasserfenster, in dem effizient gearbeitet werden kann. Genau das macht sie für die Bauleitung so wertvoll.
Warum liefert derselbe Boden unterschiedliche Werte? Die Proctordichte hängt von mehreren Faktoren ab, die im Versuch berücksichtigt werden müssen:
Deshalb betrachten wir die Proctordichte immer gemeinsam mit Bodenklassifikation und Korngrößenverteilung. Nur so ist das Ergebnis belastbar interpretierbar.
Präzise Bestimmung nach DIN 18127
Erfahrenes bodenmechanisches Labor
Verständliche Auswertung und klare Berichte
Kombination mit Korngrößenverteilung, Bodenmechanik und Baustoffprüfung
Schnelle Bearbeitung auch bei engen Bauzeiten
Unsere Ergebnisse schaffen eine belastbare Grundlage für Bauausführung, Abnahme und Dokumentation.
Die Proctordichte ist Bestandteil zahlreicher Prüfprogramme, unter anderem in:
Gerade für Bauunternehmen und Ingenieurbüros ist sie ein unverzichtbarer Kennwert zur Absicherung von Bauqualität und Haftungsfragen.
Ein Bauunternehmen benötigte einen Verdichtungsnachweis für die Frostschutzschicht einer Verkehrsfläche. Wir haben die Proctordichte im modifizierten Verfahren nach DIN 18127 bestimmt. Der Wert diente als Referenz für die Baustellenkontrolle mit der Anforderung DPr größer oder gleich 100 Prozent. Die Abnahme erfolgte ohne Nacharbeit, weil Soll und Ist klar dokumentiert waren.
Nach der Verfüllung bestand Verdacht auf unzureichende Verdichtung. Der Vergleich der Labor-Proctordichte mit den Baustellenwerten zeigte, dass eine Lage unter 95 Prozent lag. Statt einer kompletten Wiederaufgrabung genügte eine gezielte Nachverdichtung dieser Zone, was erhebliche Kosten gespart hat. Ohne den Laborwert als Referenz wäre der Mangel nicht eindeutig nachweisbar gewesen und die Diskussion über die Verantwortung deutlich schwieriger.
Beide Fälle zeigen dasselbe Muster: Ein sauber bestimmter Laborwert macht den Unterschied zwischen belegbarer Qualität und teurer Unsicherheit. Genau dafür ist die Proctordichte da.
Sie benötigen eine zuverlässige Bestimmung der Proctordichte für Ihr Bauprojekt? Wir unterstützen Sie von der Probenannahme bis zur fachlichen Auswertung, transparent, normkonform und praxisnah. Schildern Sie uns kurz Ihr Vorhaben, Sie erhalten zeitnah ein Angebot.
Sie zeigt, wie dicht ein Boden bei optimalem Wassergehalt maximal verdichtet werden kann. Dieser Wert ist die Referenz, an der die auf der Baustelle erreichte Verdichtung gemessen wird.
Maßgeblich ist DIN 18127 (Baugrund, Untersuchung von Bodenproben, Proctorversuch). Für ungebundene Gemische im Straßenbau gilt zusätzlich DIN EN 13286-2. Die Bodenklassifizierung erfolgt nach DIN EN ISO 14688.
Beim modifizierten Versuch wird mit deutlich höherer Verdichtungsenergie gearbeitet (rund 2,7 statt 0,6 MNm/m³). Er kommt bei höher belasteten Flächen wie Straßen und Industrieböden zum Einsatz und ergibt eine höhere maximale Trockendichte.
Der Verdichtungsgrad DPr ist das Verhältnis der auf der Baustelle erreichten Trockendichte zur Proctordichte aus dem Labor, angegeben in Prozent. Je nach Anwendung werden zum Beispiel 95 bis 100 Prozent gefordert.
In vielen Bauprojekten ja, weil sie Bestandteil technischer Regelwerke und Ausschreibungen ist, etwa im Erd- und Straßenbau nach ZTV E-StB.
Die meisten mineralischen Böden sind geeignet. Stark organische Böden lassen sich schlecht verdichten und erfordern eine gesonderte Bewertung.
Ja. Sie erhalten einen vollständigen Laborbericht mit Proctorkurve, Kennwerten und Bewertung, nachvollziehbar für Planung, Bauausführung und Abnahme.
Beschwerden im Sinne der DIN EN ISO / IEC 17025, zu unserer Leistung oder Prüfverfahren, richten Sie bitte an: beschwerde@gbm-labor.de.
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